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Dienstag, 12. August 2014 13:40

Sofa – schickes Polstermöbel mit vielen Möglichkeiten

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Das deutsche Wort Sofa leitet sich vom arabischen suffa für Ruhebank ab. Die Geschichte dieses interessanten Möbelstücks reicht weit in die Antike zurück. Bei den Römern und Griechen war das Triclinium gebräuchlich, ein Speisesofa zum Essen und Ruhen. Es verschwand mit der Kultur der antiken Völker. Während des Mittelalters sassen der Adel und reiche Kaufleute auf mit Kissen gepolsterten Bänken, die ärmere Bevölkerung nutzte einfach Holzschemel. Erst im 16. Jahrhundert entstanden Polstermöbel, die dem heutigen Sofa ähneln. Im Gegensatz dazu blieb der Diwan, eine Art gepolsterte, langgestreckte Liege, in den arabischen Ländern über die Jahrhunderte erhalten.


Ein stillvolles Sofa macht Freude. (Bild: © liatris - Fotolia.com)


Die Récamiere, schick und zeitlos

Während der Renaissance (1510–1620) kamen die ersten Sofas im heutigen Sinne in Mode. Sie wurden schnell zum festen Bestandteil der gehobenen Ausstattung. Je nach Epoche änderte sich die Form. Grosser Beliebtheit erfreute sich im Klassizismus (circa 1770 bis 1830) die Récamiere. Das an das antike Triclinium erinnernde Ruhebett ist nach der Salonière Julie Récamier benannt. Moderne Récamieren besitzen wie die Ursprungsmodelle keine vollständige Seiten- und/oder Rückenlehne. Sie laden zum Entspannen ein, eignen sich allerdings nicht besonders gut als Sitzmöbel. Elegant wirkt eine Récamiere in einer Leseecke mit einem hübschen Beistelltisch und einer schönen Lampe.

Das 19. Jahrhundert – Zeitalter der Chaiselongue

Aus der Récamiere entwickelte sich die Chaiselongue. Das aus dem Französischen stammende Wort bedeutet langer Stuhl. Die Polstermöbel tragen ihren Namen nicht zu Unrecht. Sie haben lediglich ein erhöhtes Seitenteil, jedoch keine Rückenlehne. Das Sofa zum Liegen war ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in reichen Haushalten und beim Adel zu finden. Auf einer Chaiselongue lässt sich hervorragend ein kurzer Mittagsschlaf halten, Gäste können darauf die Nacht verbringen. Mit Aufkommen der Bettcouch verschwand die elegante Tagesliege, da die Bettcouch mehr Sitzkomfort bietet. Dennoch verleiht eine Chaiselongue einem Wohnzimmer oder einem Gästezimmer noch immer ein ganz besonderes Flair.


Ein tolles Sofa gibt es für jeden Geschmack. (Bild: © cicisbeo - Fotolia.com)


Der Klassiker, das Biedermeier-Sofa

Biedermeier-Sofas unterscheiden sich von ihren Vorgängermodellen und Nachfolgern durch die geschwungene Linienführung an der Lehne sowie den Seitenteilen. Sie sind verspielt und dabei ausgesprochen komfortabel. Noch immer passt dieses zeitlose Möbelstück in jedes Wohnzimmer und zählt zu den Highlights. Besonders edel sieht das Sofa in Kombination mit modernen Glas- und Metallmöbeln aus. Dabei bleibt der Charme der Vergangenheit erhalten. Der bewusste Stilbruch stellt die Verbindung zur Moderne her und verhindert, dass ein Biedermeier-Sofa etwas altmodisch wirkt.

Die Polstermöbel der Nachkriegszeit bis zum Ende des 20. Jahrhunderts

In den 50er-Jahren und den 60er-Jahren standen in deutschen Wohnzimmern Garnituren aus Zwei- oder Dreisitzern mit Sessel. Beliebt waren Rundecken, bezogen mit samtartigen Stoffen respektive Materialien im Gobelin-Stil. Gedeckte Farben herrschten vor. Holz dominierte, ein Hocker ersetzte oftmals den Tisch. Der Einrichtungsstil veränderte sich in den 70er-Jahren. Futuristisch, in grellen Tönen und mit grossen Mustern, bezogen mit Leder oder Kunststoff, mussten die Polstermöbel sein.



Wohnlandschaften im 21. Jahrhundert

Schlichte Formen bestimmen die Optik der aktuellen Wohnlandschaften. Sie bilden eine gelungene Mischung aus dem minimalistischen Bauhaus-Stil Anfang des 20. Jahrhunderts und dem klassischen Sofa. In vielen Wohnzimmern haben die praktischen Polstermöbel die Sofagarnituren des 20. Jahrhunderts abgelöst. In ihrer Funktion zeichnen sich Wohnlandschaften durch ihren Sitzkomfort aus, zudem eignen sie sich als Gästebett genauso wie für eine gemütliche Lesestunde. Beschichtete Mikrofaserstoffe reduzieren die Fleckenbildung. Ein heller Bezug entwickelt sich bei einem modernen Sofa nicht mehr nach kurzer Zeit zu einem Problem. Dennoch gelten Polstermöbel aus stabilem Leder weiterhin als ideal für Hundehalter. Matsch und Schmutz lassen sich einfach abwischen. Katzenhalter sollten von Ledermöbeln Abstand nehmen. Selbst dickes Büffelleder leidet im Laufe der Zeit unter den scharfen Krallen, auch wenn der charmante Vierbeiner das Sofa nicht als Kratzbaum benutzt.

 

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