20.09.2020 -
Donnerstag, 14. Mai 2015 16:11

Ein SUV oder doch eher Vernunft beim Autokauf?

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Der Verkehr in der Schweiz wird immer dichter. Deutliche Anzeichen dafür sind vollere Staus, zunehmende Parkplatznot und mehr Staus. Und das wird sich wohl auch in naher Zukunft nicht ändern. Experten gehen vielmehr davon aus, dass sich die Probleme verschärfen werden. Nicht nur, sondern oftmals auch gerade wegen der regulatorischen Wut der Behörden.


Wer es im Leben geschafft hat, möchte das auch gern zeigen. (Bild: © IAKOBCHUK VIACHESLAV – shutterstock.com)


Während allerorts über die steigenden Verkehrsbelastungen lamentiert wird, zeigt sich in der autofahrenden Gesellschaft weiter ein Trend zur kollektiven Unvernunft. Statt bedarfsgerechter, eventuell kleinerer oder weniger Fahrzeuge geht der Trend zunehmend zum grossen, bulligen und verbrauchsstarken SUV und immer deutlicher auch zum Zweitwagen. Damit spiegelt sich eine Entwicklung wider, die eigentlich gegen die Vernunft läuft und auch dem von Politik und Autoindustrie beschworenen Trend zum Kleinwagen und zum Car-Sharing zuwiderlaufen.

Sehr beliebt: SUV

Wer es im Leben geschafft hat, möchte das auch gern zeigen. Auch wenn nicht gerade das Geld geteilt werden soll, dann doch zumindest die Aufmerksamkeit auf das, was man sich tatsächlich oder vermeintlich leisten kann. Beliebte Prestigeobjekte sind neben Haus, Hof und Garten auch teure Autos. Von der Luxuslimousine bis hin zum Marken-SUV reichen hier die Begehrlichkeiten der Besserverdiener. Und auch so mancher Otto-Normalverbraucher steigt auf den Zug mit auf und leistet sich den auffällig grossen Wagen, zur Not auch auf Pump.

Beliebt sind die SUV deshalb, weil sich mit Ihnen Kraft, Stärke und Vermögen in einer augenscheinlichen Form und quasi überall demonstrieren lassen. Besonders Männer zeigen gern, was sie sich leisten können und benutzen dazu bevorzugt das Auto als Statussymbol. Und das gilt für alle Einkommensschichten bis hinunter zum eher knapp verdienendem Hilfsarbeiter. Dass hinter der zur Schau gestellten Blech-Fassade oftmals auch nur Versagensängste oder jede Menge Schulden stecken, bleibt natürlich unter dem Metallic-Lack und überdimensionierten Stossfängern verborgen.

Und natürlich gibt es auch SUV-Fahrer, die diese Fahrzeugklasse wegen ihrer Vorzüge bevorzugen. Die leben dann meistens nicht in der Stadt, sind beruflich und privat eng mit der Natur verbunden, haben ein überdurchschnittlich hohes Transportaufkommen im privaten Bereich und könnten mit einem Kleinwagen die familiären Bedürfnisse kaum befriedigen. Wer in einer solchen Situation nicht Kombi, Kleinbus oder Van fahren will, greift schon gern auf geländegängige und dennoch sportliche Fahrzeuge zurück wie diese von der Klasse der SUV repräsentiert werden.

Kleinwagen

Seit Jahren schon werden von der Politik und  natürlich von der Automobilindustrie die Kleinwagen als das Allheilmittel für den Individualverkehr gepriesen. Dabei zeigen sich ebenso spannende wie gescheiterte Auswüchse, die manchmal schon den Schritt in die Lächerlichkeit wagen. Ein fast schon zu übersehender Smart wirkt auf der Autobahn eingequetscht zwischen zwei Trucks eben genauso deplatziert wie ein Cinquecento als Familienfahrzeug für die Grossfamilie.

Wer den Kleinwagen als das Individual-Fahrzeug der Zukunft etablieren will, sollte auch einmal den konkreten Bedarf moderner Menschen studieren. Und der Bedarf beginnt eben bei den täglichen Transportaufgaben und endet letztlich auch beim Auto als Statussymbol, ganz ohne Frage. Wäre dem nicht so, würden wir uns wahrscheinlich alle auf motorisierten aber einfach und funktional gehaltenen Kutschen bewegen oder doch den hölzernen Handwagen für den täglichen Einkauf nutzen. Rein praktisch gesehen funktioniert das auch.

Die Kleinwagen indes verschwinden zunehmend in der Versenkung der Unzweckmässigkeit, in den Sammlungen der Zweit- und Drittwagen und nicht selten als Spassfahrzeug, wenn es einmal ganz ohne Familie gehen soll.

Die einst gepriesene Sparsamkeit im Verbrauch ist längst ganz anderen Bedürfnissen gewichen. Erst recht in einer Zeit, in der das Öl momentan billiger ist denn je und moderate Benzinpreise durchaus auch zu überflüssigen Fahrten locken.

Und während die einen glauben, mit einem Kleinwagen schneller einen Parkplatz in der Stadt zu finden, wird dieser von raumgreifenden SUV schnell mal zugeparkt.


Die Kleinwagen verschwinden zunehmend in der Versenkung der Unzweckmässigkeit. (Bild: ©mark – shutterstock.com)


Welches Auto braucht man?

Wer sich für die Anschaffung eines eigenen Fahrzeugs entscheidet, trifft damit eine kostspielige Grundentscheidung. Der Erwerb des Fahrausweises kostet Geld, das Auto selbst gibt es kaum zum Nulltarif, Treibstoff und Verbrauchsmittel kosten ständig Geld, Versicherungen schlagen zu und auch der Fiskus hält seine steuergierigen Hände gegenüber dem Autobesitzer besonders weit auf. So kostet jedes Auto eben mehr, als nur die blossen Anschaffungskosten und wird dennoch geliebt und verehrt.

Dann stellt sich natürlich die Frage, wie sich diese Anschaffung samt der laufenden Kosten amortisieren sollen. Sprich, es wird so ziemlich alles auf den eigenen vier Rädern angefahren, was sich anfahren lässt. Das führt nicht selten zu einem konsequenten Verzicht auf öffentliche Verkehrsmittel und selbst der Urlaub wird nicht selten vollständig auf die eigenen vier Räder verlegt. Das Auto muss sich irgendwie rechnen, auch wenn hier wohl nur selten eine wirtschaftlich vernünftige Beziehung zwischen Aufwand und Gewinn zu erreichen sein wird. Zumindest nicht für Privatlenker.



Der Trotz von Autofahrern

Der Autofahrer erweist sich zunehmend als völlig eigenständige Spezies, die sich in ihrer Position eben als Autofahrer und Steuerzahler vollkommen dem gesellschaftlichen und politischen Einfluss zu entziehen scheint. Während grüne Gutmenschen den Umweltschutz beschwören und auf den Öffentlichen Verkehr, Fahrgemeinschaften, das Velo und Car-Sharing pochen, steigt der Mittelstandsbürger in sein überdimensioniertes Gefährt, verbraucht auf mehr oder weniger sinnvollen Fahrten Spritmengen jenseits des Wassereimers auf 100 Kilometer und erfreut sich am Rest seiner Unabhängigkeit und Selbstbestimmung, die ihm die Political Correctness und der Mainstream in den meisten anderen Lebensbereichen längst abgenommen haben.

 

Bild oben links: © Maksim Toome – shutterstock.com

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