20.09.2020 -
Dienstag, 28. Juli 2015 10:00

Neuwagen oder Gebrauchtwagen kaufen?

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neues autoEin Neuwagen ist oft einfach zu teuer. Glücklicherweise kann man beim Autokauf auf einen gebrauchten Wagen zurückgreifen. Man spart damit eine Menge Geld – doch gerade dann, wenn man sich mit Autos nicht so gut auskennt, ist dies immer ein gewisses Risiko. Besonders Familien mit Kindern brauchen oftmals grössere Autos, die sie sich nicht immer als Neuwagen oder Jahreswagen leisten können. 


Soll dann ein Kombi, ein Van oder ein Kleinbus her, muss auch Verantwortung für den Nachwuchs übernommen werden. Sicherheit steht also auch beim Gebrauchtwagenkauf ganz oben an.


Im Familienauto wird oft Stauraum benötigt

Im Familienauto wird oft Stauraum benötigt. (Bild: © bikeriderlondon – Shutterstock)


Nicht auf Perfektionismus hoffen

Gebraucht ist gebraucht und so kommen die mehr oder minder alten Autos auch mit den unterschiedlichsten Gebrauchsspuren auf den Markt. Auch wenn es zunächst die äusseren Spuren sind, nach denen Ausschau gehalten wird, sollten doch vielmehr auf die Spuren des mobilen Alltags in der Technik gefahndet werden. Besonders Verschleissteile und sicherheitsrelevante Baugruppen bedürfen hie reiner gründlichen Begutachtung. Wer hier keinerlei Ahnung und Erfahrungen hat, nehme sich jeweils einen erfahrenen Autotechniker mit oder lasse den ausgesuchten Wagen in einer Werkstatt auf Herz und Nieren untersuchen. Erst bei Zufriedenheit sollte der Kauf dann auch tatsächlich abgewickelt werden.

Besonders zu begutachten sind das Laufverhalten des Motors, der Kupplung und des Getriebes, die komplette Bremsanlage, die Beleuchtung, die tragenden Baugruppen, sämtliche elektrische Ausstattungen, der Zustand der Sicherheitsgurte und gegebenenfalls der Airbags, die Beschaffenheit der Türschlösser und der Scheiben. Und auch das Tankschloss inklusive Tankstutzen, die Dichtungsgummis und die Spaltmasse an Kotflügeln, Türen, Kofferraum, Motorhaube und Stossstangen sind wichtige Indizes für den Gesamtzustand eines Fahrzeuges. Natürlich werfen Sie auch einen Blick auf den optischen Zustand von Lack und Innenausstattung und wagen einen Blick unter das Fahrzeug um etwaigen kräftigen Rostbefall auszuschliesen.


Inspektionen erhöhen die Sicherheit des Fahrzeugs

Inspektionen erhöhen die Sicherheit des Fahrzeugs. (Bild: © wavebreakmedia – Shutterstock)


Im Idealfall wurde der Gebrauchte turnusmässig per Scheckheft geprüft und hat auch die letzte sicherheitstechnische Untersuchung, am besten erst vor ein paar Tagen ohne erhebliche Mängel bestanden. Und dennoch hat jeder Gebrauchte seine Mängel. Hier müssen Sie prüfen, ob diese zum vereinbarten Preis hinnehmbar sind oder nicht.

Was genau ist das Spaltmass?

Jeder der gebrauchte Fahrzeuge verkauft, möchte dabei einen optimalen Verkaufspreis erzielen. Daher wird auch gern so mancher kleinerer oder grösserer Unfallschaden verschwiegen. Auch wenn dieser fachmännisch repariert wurde, hinterlässt jeder Unfall auch teils unsichtbare Spuren, die sich oftmals erst später auswirken. Übersteht ein Fahrzeug einen kräftigen Zusammenstoss mit nur mässigen Beschädigungen, kann trotzdem davon ausgegangen werden, dass auch weitere versteckte Schäden, wie beispielsweise eine verzogene Rahmengeometrie vorliegen. Diese hat dann Auswirkungen auf das Fahrverhalten des Fahrzeuges. Bestes Anzeichen für Unfälle sind sichtbare Unterschiede im so genannten Spaltmass. Damit wird die optische Lücke zwischen Bauteilen, beispielsweise zwischen Motorhaube und Kotflügeln bezeichnet. Dieser Spalt sollte auf beiden Seiten gleich gross sein und auch gleichmässig verlaufen. Zeigen sich hier Unterschiede, kann davon ausgegangen werden, dass das Fahrzeug in einen Unfall verwickelt war und nicht vollständig gerichtet worden ist. Das trifft auch auf unterschiedliche Spaltmasse an der Stossstange oder an Türen zu. Hier darf gern genauer hingesehen werden.

Privater Käufer oder Händler?

Diese Frage lässt sich nicht ganz fair beantworten. Ist der Händler ein grosses Autohaus und gibt auch eine Garantie oder ähnliche Leistungen für den Gebrauchten, dann darf der neue „Alte“ gern gekauft werden. Schwieriger wird das oftmals bei den kleineren Autohändlern. Hier sind es vor allem Gewinninteressen, die oftmals weit über die Kundenzufriedenheit gestellt werden. Nicht selten werden Autos besser dargestellt, als sie wirklich sind, die Preise erscheinen überaus attraktiv und so mancher Mangel wird verschwiegen oder schöngeredet. Auffällig kann hier auch sein, dass ein Fahrzeug mit neuer technischer Abnahme auf alten abgefahrenen Reifen steht. Hier wurde sicherlich für die technische Abnahme auch an anderen Stellen ein wenig geschummelt.

Wer sein Fahrzeug von Privat kauft, sollte das intensive Gespräch mit dem Verkäufer nicht scheuen. Interessant dürfte dabei auch die Frage sein, warum sich der bisherige Besitzer von seinem Schätzchen tatsächlich trennen will, ebenso interessant ist die Reihe der Vorbesitzer. Je mehr es davon gibt und je kürzer die Abstände der Verkäufe waren, desto mehr Vorsicht dürfte geboten sein.

Grundsätzlich sind die Preise beim Kauf von Privat günstiger als die beim Händler. Immerhin muss der Händler den Gebrauchten auch erst von Privat kaufen und schlägt dann noch seine beabsichtigte Gewinnmarge auf.


Im Autohaus richtig beraten lassen

Im Autohaus richtig beraten lassen. (Bild: © CandyBox Images – Shutterstock)


Beachten Sie

Was bei jedem Fahrzeugkauf, auch beim Neuwagenkauf, gilt, ist die Tatsache, das jedes Auto Aufwand für den Unterhalt benötigt, Das beginnt bei der Versicherung und den Steuern, geht weiter beim Kraftstoff und Betriebsstoffen und endet nicht zuletzt bei den Verschleissteilen. Daher lohnt es sich besonders bei älteren Gebrauchten auch einen genauen Blick auf die Verbrauchswerte, den Zustand der Reifen und Bremsen  zu legen. Sind hier viele Teile an der Verschleissgrenze, dann müssen Sie für die nahe Zukunft auch entsprechende Kosten einplanen. Hier ergibt sich allerdings auch ein interessanter Ausgangspunkt für Preisverhandlungen mit dem Verkäufer. Nicht selten können hier mehrere hundert Franken gespart werden, die dann allerdings auch für den Ersatz der Verschleissteile wieder draufgehen.

Grundregel sollte sein: Der Gebrauchtwagen darf über die vorgesehene Nutzungsdauer nicht mehr kosten, als ein Neuwagen in etwa der gleichen Klasse. Sonst haben Sie sich deutlich verkalkuliert. Und denken Sie immer auch an die Sicherheit, die durch den niedrigsten aller Preise nicht zu ersetzen sein wird!



 

Bild oben links: © Minerva Studio – Shutterstock

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