14.04.2021 -
Mittwoch, 17. Juni 2015 08:03

Braucht Luft zum Atmen: der Motor

geschrieben von 
Artikel bewerten
(0 Stimmen)

motor maschineEndlich wieder Gas geben. Der Frühling ist da und lädt zu ersten Spritztouren ein – auch der Motor freut sich nun über jede Menge Frischluft. Und genauso ist das auch gemeint. Während viele glauben, ein Verbrennungsmotor funktioniere nur mit Kraftstoff und dem passendem Zündfunken, wissen andere schon, wie wichtig eine gute Portion Luft für den Motor ist.


Ein Blick in die Funktionsweise eines Verbrennungsmotors zeigt, was dort eigentlich passieren muss, um uns den richtigen Anschub in der motorisierten Fortbewegung zu geben. Dabei will ich aber nicht zu wissenschaftlich werden, immerhin ist Frühling und damit keine Zeit für lange Stunden in der Dämmerung des Wissenswerten.


Das Getriebe sorgt für eine sinnvolle Übertragung der Motorenkräfte

Das Getriebe sorgt für eine sinnvolle Übertragung der Motorenkräfte. (Bild: © alphaspirit – Shutterstock)


Die optimale Mischung

Wie so oft im Leben ist es auch beim Verbrennungsmotor. Die richtige Mischung aus den passenden Komponenten bietet erst den richtigen Spass. Soll heissen: Ein Motor verbrennt nicht Diesel oder Benzin allein, sondern ein Gemisch aus Kraftstoff und Luft. Während wir für teures Geld immer wieder den Tank unseres Schätzchens mit dem Wunderelixier Kraftstoff füllen, gibt es die Luft quasi gratis rund um uns herum. Aus ein paar Tröpfchen Sprit und der passenden Menge Luft wird bei modernen Motoren ein Kraftstoff-Luft-Gemisch erzeugt, dass in der Brennkammer des Zylinders mit dem Zündfunken zur punktgenauen Entzündung gebracht wird. Es entsteht eine Art Explosion, die den Kolben nach unten treibt. Damit wird eine lineare Bewegung erzeugt, die über ein ganzes System mechanischer Komponenten zu einer kreisförmigen Bewegung umgewandelt wird und letztlich auf den Antrieb der Räder übertragen wird. Und schon kommt der treue Wagen ins Rollen. Alle Verbrennungsmotoren in Kraftfahrzeugen folgen in etwa dem gleichen Prinzip:

Aus Luft und Kraftstoff wird ein zündfähiges Gemisch erzeugt, dieses wird zur Explosion gebracht und treibt den Wagen an.

Dabei gibt es Unterschiede vor allem hinsichtlich der Art und Weise der Gemischaufbereitung. Klassische Vergasermotoren funktionieren ein wenig anders als moderne Direkt-Einspritzer, immer aber bleiben Kraftstoff und Luft in der richtigen Mischung die Grundmaterien für den erfolgreichen Antrieb.

Luft am Motor

Für viele, die noch nie so wirklich richtig unter die lackglänzende Haube Ihres Schätzchens geschaut haben, lohnt es sich jetzt, die Motorhaube zu entriegeln und zu schauen, wo neben dem Herzen die Lunge liegt. Das geht relativ einfach.


Überprüfung des Motors

Überprüfung des Motors. (Bild: © kurhan – Shutterstock)


Irgendwo unter der schicken Kunststoffabdeckung des Motors kommt mindestens ein dicker Gummischlauch heraus, der über mehr oder minder lange Wege zu einem Kasten mit abnehmbarem Deckel führt. Genau, das ist der Luftfilterkasten. Und von diesem wiederum geht ein ebenso dicker Schlauch nach vorn, oftmals mit einem irgendwie trichterartigem Aufsatz in Fahrtrichtung. Das ist die Zuluftführung. Gehen wir den Weg noch einmal zurück, entdecken wir vielleicht kurz vor dem Motor ein Gebilde, an dem noch ein paar kleinere Schläuche befestigt sind. Wenn wir richtig liegen, ist dies das Drosselklappengehäuse. Soviel zum ersten Eindruck

Unser Zuluftsystem für den Motor lässt sich relativ gut mit den Atmungswegen und der Lunge vergleichen. Der Eintrittsbereich für die Luft ist der Mund, der Schlauch zum Luftfilterkasten die Luftröhre, der Filterkasten selbst die Lunge. Dann jedoch geht die Luft direkt zum Herzen, dem Motor und wird dort durch die Drosselklappe fein dosiert.

Endlich Gas geben!

Die im Volksmund weit verbreitete Annahme, beim Beschleunigen „Gas geben“ zu müssen, ist eigentlich falsch. Genau genommen geben wir Luft. Mit der Veränderung der Stellung am Gaspedal verändern wir die Stellung der Drosselklappe und reichern so den zugeführten Kraftstoff mit mehr oder weniger Luft an. Moderne Fahrzeuge erkennen das über die Motor- und Einspritzsteuerung und führen entsprechend dieser und anderer Faktoren mehr oder weniger Kraftstoff zu. Bekommt der Motor im Verhältnis zum bereitgestellten Kraftstoff zu wenig Luft, säuft er wortwörtlich ab. Bekommt er zu viel Luft, leidet die Zündfähigkeit des Kraftstoff-Luft-Gemischs und die Kraft lässt nach. Möglicherweise kommt es auch gar nicht zur erwünschten Kleinexplosion im Zylinder.

Wir geben also nicht Gas, sondern Luft. Das führt zur nächsten Idee. Der Motor muss genügend Luft bekommen, wenn er richtig atmen soll.


Im Motorsport ist mehr Antriebskraft gefragt als im Strassenverkehr

Im Motorsport ist mehr Antriebskraft gefragt als im Strassenverkehr. (Bild: © lassedesignen – Fotolia)


Halten Sie die Atemwege des Motors frei und sauber

Für eine einwandfreie Funktion der Gemischaufbereitung im Vergaser oder in der Einspritzanlage ist es wichtig, dass der Motor immer mit ausreichend sauberer Luft versorgt wird. Daher lohnt es sich, vor allem dem Luftfilter einmal ein Stück mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dazu muss man nicht zwingend in die Service-Garage fahren. Der Deckel am Luftfilterkasten ist meist nur durch ein paar Clips gesichert und lässt sich relativ einfach abnehmen. Gleich darunter entdecken wir den Luftfilter, der oftmals aussieht wie eine Matte voller Papierlamellen. Es gibt aber auch runde Luftfilter, die aber ähnlich aufgebaut sind. Seltener sind Feststofffilter oder Sportfilter.

Egal wie, dieser Filter sollte möglichst sauber sein. Auf seiner Reise durch die engen Strassen der Städte und staubigen Wege in der freien Natur sammelt der Luftfilter so einiges auf, was mit durch die Luftröhre des Motors gegangen ist. Insekten, Blätter, Staub und sogar kleine Steinchen sind hier zu finden. Je schmutziger der Luftfilter, desto weniger frisch die Luft, die der Motor zum Atmen bekommt. Der Frühling dürfte genau die richtige Zeit sein, den Luftfilter wechseln zu lassen oder dies selbst zu tun. Verwenden Sie dabei immer nur typgerechte Luftfilter, die punktgenau zu Ihrem Fahrzeug und den Bedürfnissen des verbauten Motors passen.

Ambitionierte Bastler schenken dem Ansaugtrakt noch ein Plus an Aufmerksamkeit, in dem sie auch die Drosselklappe von Verunreinigungen und Verkokungen reinigen. Dazu muss man diese heute nicht einmal mehr ausbauen. Entsprechend der Herstellerangaben sprühen Sie einfach Drosselklappenreiniger aus der Spraydose in den Ansaugtrakt und schon reinigt sich die Drosselklappe wie von selbst. Beste Voraussetzungen für ein korrekte Öffnen und Schliessen und eine perfekte Versorgung des Motors mit frischer Luft.

Alles wieder ordentlich zusammengebaut und die Lunge des Motors noch einmal sanft gestreichelt und schon geht es ab zur Spritztour in einen wunderschönen Frühling. Natürlich mit jeder Menge guter Frischluft! Und damit das so bleibt, sollten Sie vielleicht in jedem Frühling an den Luftfilterwechsel bei Ihrem Fahrzeug denken.



 

Bild oben links: © SNEHIT – Shutterstock

Gelesen 4510 mal
Zurück zur Startseite

Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten

Empfohlen

 

Banner