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Donnerstag, 18. Juni 2015 09:12

Bewährte Steigtechniken in moderner Form: Von der Leiter über das Fahrgerüst bis hin zum Tritt

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benutzen TreppenOb in Archiv und Büro, in verschiedenen Gewerken oder im Haushalt: Es geht immer wieder einmal aufwärts. Und zwar im wörtlichen Sinne. Maurer, Verputzer, Maler, Fliesenleger, Klempner, Elektriker und Dachdecker arbeiten genauso selbstverständlich in unterschiedlichen Höhen wie etwa die Hausfrau beim Aufhängen der Gardinen oder der Bibliothekar beim Einordnen der Bücher in weit über mannshohen Regalreihen.


Und auch der Archivar geht bei der Einlagerung von Akten genauso gern in die Höhe,wie der Lagerarbeiter. Für alle solche und viele weitere Arbeiten wird moderne Steigtechnik benötigt, die sich gern an klassischen Vorbildern orientiert.

Die „kleine Steigtechnik“ reicht hier vom praktischen Tritt für eher haushaltsnahe Arbeiten bis hin zum praktischen Rollgerüst mit beträchtlichen Arbeitshöhen für den professionellen Einsatz auch bei wenig Platzangebot und einer hohen erwarteten Flexibilität. Dazwischen finden sich eine Reihe unterschiedlicher Leiter-Modelle und Arbeitsplattformen, die teils auch sehr variabel eingesetzt werden können.

Die wohl kleinste Leiter: Der Tritt

Der funktionale Vorläufer der bekannten Tritte war wohl der Hocker, in einigen Landstrichen auch als Schemel oder Hitsche bezeichnet. Während ein Hocker allerdings nur einen einstufige Höhenanpassung erlaubt, bietet der typische Tritt mit zwei bis zu drei Stufen schon einen erweiterten Aufstieg. Alles was über drei Stufen hinausgeht sind dann schon Treppen oder Leitern.

Komfortabel einsetzbar ist der Tritt bei kleineren Reparaturarbeiten an Wänden, Fenstern und Türen sowie beispielsweise beim Auswechseln von Leuchtmitteln an Pendelleuchten oder Wandleuchten. Besonders gern genutzt werden sogenannte Klapptritte, die bei der Lagerung und im Transport kaum Platz beanspruchen und dennoch eine grosse verlässliche Stabilität auch im robusten Einsatz bieten. Eine Sonderform der Tritte stellen die Rolltritte dar. Diese verbinden die praktischen Eigenschaften eines rollbaren Hockers mit den „Aufstiegsmöglichkeiten“ eines klassischen Trittes.


Für manche Leitern sollte man schwindelfrei sein.

Für manche Leitern sollte man schwindelfrei sein. (Bild: © Susanne Nilsson – Flickr - CC)


Überraschende Vielfalt bei Formen von Leitern

Ist die Rede von einer Leiter denken die meisten zunächst an die Konstruktion aus beidseitigen Holmen und zwischenliegenden Sprossen etwa in der Form der klassischen Anlegeleiter. Schnell wechseln dann die Gedanken zu den komfortablen Bockleitern, wie sie auch aus dem Haushalt bekannt sind. Wer öfter mit Leitern Umgang hat weiss, dass es hier viele zusätzliche und teils sich vermischende Formen der Leitern gibt. So bieten Plattformleitern, Schiebeleitern, Klappleitern, Teleskopleitern , Kombi- oder Mehrzweckleitern, Regalleitern, Seilzugleitern oder Buschbaum-Leitern eine deutliche Erweiterung des Systems der Leiter schlechthin.

Die Auswahl der jeweils richtigen Leitern entscheidet sich immer nach dem Einsatzbereich und kann auch durchaus dazu führen, dass für gleiche Arbeiten unterschiedliche Leitern benötigt werden oder mit einer Leiterform unterschiedliche Einsatzbereiche abgedeckt werden können.

Neben der Einteilung der Leitern nach den typischen Formen lassen sich die Leitern auch nach den bei der Herstellung verwendeten Materialien unterscheiden. Hier erfolgt die grobe Unterteilung in Holzleitern, Metallleitern und Kunststoffleitern. Unterschiedliche Belastbarkeiten und die jeweils spezifische Materialeigenschaften bieten auch hier komfortable Auswahlmöglichkeiten für die jeweils richtige Leiter. Bei den Metallleitern könnte nochmals in Stahlrohrleitern, Leitern aus Profilstahl sowie Aluminium- und Edelstahlleitern unterschieden werden.

Wie hoch hinaus soll es gehen?

Wer Arbeiten in unterschiedlichen Höhen zu verrichten hat, interessiert sich schon genauer dafür, wie hoch die Standhöhe oder die Arbeitshöhe bei den unterschiedlichen Leitern zu bewerten ist. Dabei gilt, dass die Standhöhe nicht gleich die Arbeitshöhe ist und auch die absolute Länge der Leiter längst noch keinen Aufschluss darüber bietet, in welcher Höhe letztlich gearbeitet werden kann. Die Standhöhe ist die maximale Höhe, auf der sich die Füsse des Arbeitenden bei dennoch gesichertem Stand befinden können. Bei Plattformleitern ist das die mehr oder minder grosse Plattform. Bei Bockleitern die Gesamthöhe der aufgestellten Leiter minus etwa einem halben Meter und bei Anlegeleitern die Gesamthöhe minus etwa einem Meter, je nach Anlegewinkel. Diese Variablen müssen bei der Auswahl der richtigen Leitern bedacht werden.

Auch die Arbeitshöhe hat nichts mit der Leiterhöhe an sich zu tun. Bei Plattformleitern entspricht die maximale Arbeitshöhe in etwa der Höhe der Plattform plus Grösse der arbeitenden Person. Bei Anlegeleitern und Bockleitern beträgt die Arbeitshöhe in etwa der Gesamtleiterhöhe plus einen Meter. Überkopfarbeiten auf Leitern bedürfen besonderer Vorsicht, einer geeigneten Leiter mit sicherem Stand und der körperlichen Eignung des Arbeitenden.

Gerüste, Böcke und Arbeitsplattformen

Zusätzlich zu den Leitern gehören auch Böcke, Arbeitsplattformen und Gerüste zu den Klassikern der Steigtechnik für viele Arbeitsbereiche. Böcke werden meist in Paaren aufgestellt und dann mit Bohlen oder ähnlich festen Brettern überdeckt, so dass eine Arbeitsplattform entsteht. Diese Form der Kleingerüste sind relativ unflexibel und aufwendig in der Errichtung. Einfacher lässt es sich da schon mit klappbaren Arbeitsplattformen arbeiten. Für das sichere Arbeiten in grösseren Höhen empfiehlt sich der Einsatz von Gerüsten. Die gibt es in unterschiedlichen Höhen , mit einer abweichenden Anzahl an Etagen, in verschiedenen Breiten und letztlich auch als rollbare Ausführungen. Viele Gerüste können in Systembauweise miteinander verbunden werden, so dass auch grossflächige Arbeitsbereiche wie etwa Fassaden sicher eingerüstet werden können.



Insgesamt bieten die Klassiker der Steigtechnik wie Tritte, Leitern und Gerüste ein breites Anwendungsspektrum bei relativ hoher Flexibilität in der Nutzung. Die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften für die Nutzung von Steigtechnik ist unbedingt zu gewährleisten. Dazu gehört meist auch die Nutzung von Arbeitsschutzhelmen, in besonderen Fällen auch der Einsatz zusätzlicher Sicherungstechnik.

 

Bild oben links: © Lisa F. Young - Shutterstock

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