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Freitag, 24. Juli 2015 08:00

Das richtige Werkzeug für jede Schraube: Schraubendreher

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verschiedene SchraubendreherZunächst gilt es, mit einem Missverständnis aufzuräumen: Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich der Begriff Schraubenzieher im allgemeinen Sprachegebrauch etabliert. Diese Bezeichnung kommt von der handwerklichen Arbeit des Schrauben Fest- bzw. Einziehens.


Als fachlich eher richtig wurde in der Fachsprache jedoch Schraubendreher positioniert, da sich Schrauben sowohl eindrehen als auch ausdrehen lassen. Das eine ist also richtig, das andere aber auch nicht falsch. Hier könnte man trefflich philosophieren, ich lasse das Streiten um Begriffe, nehme einfach den Schraubendreher und schaue mal nach, was die unterschiedlichen Schraubendreher ausmacht.

Schraube und Werkzeug gehören zusammen

Lassen Sie uns überlegen, was zuerst da war. Das Huhn oder das Ei – ergo die Schraube oder der Schraubendreher. Ich meine bezüglich von Werkzeug und Werkstück dürfte hier wohl jeweils ein Auftritt zur gleichen Zeit am wahrscheinlichsten sein. Wäre die Schraube beispielsweise mit Schlitzkopf zuerst dagewesen, wüsste keiner, wie er diese ins Holz treiben kann. Und wäre der Schraubendreher zuerst geboren, würde man sich fragen, was wohl damit anzufangen sei. Datieren wir also für den Schraubendreher und die Schraube in ihren jeweils unterschiedlichen Formen einen gemeinsamen Geburtstag und lassen wir Sie Bruder und Schwester, gewissermassen zweieiige Zwillinge, sein.

Schlitzschraubendreher

Entscheidend ist, dass es für jede Kopfform einer Schraube auch den passenden Schraubendreher gibt. Da wäre beispielsweise die klassische Schraube mit Schlitzkopf. Hier ist der Schraubenkopf mit einer zumeist durchgehenden Nut versehen. Diese dient als Ansatzpunkt für den Schraubendreher und ermöglicht ein relativ unkompliziertes Drehen der Schraube auch mit dem üblichen Hand-Werkzeug. Günstig ist es, wenn der Kopf des Schlitzschraubendrehers die Nut am Schraubenkopf sowohl in der Länge als auch in der Breite möglichst vollständig ausfüllt. Dann ist der beste Kraftschluss gegeben. Hier lohnt sich also schon die Anschaffung eines ganzen Satzes an Schlitzschraubendrehern, die auf die jeweiligen Schlitzgrössen ausgerichtet sind.

Kreuzschlitzschraubendreher

Rein verbal lässt sich hier vermuten, dass es sich zunächst um einen Schlitzschraubendreher handelt. Das ist allerdings nur bedingt richtig. Der Kreuzschlitzschraubendreher bietet im Kopf ein konisch zulaufendes Kreuz, das zu herstellerspezifischen Schrauben passt. Hier gibt es unterschiedliche Grössen sowohl der Kreuzschlitze in den Schrauben als auch der passenden Schraubendreher. Eine spezielle Form des Kreusschlitzes ist der Pozidriv Kreuzschlitz, der zwischen den Kreuzarmen nochmals kleinere Zähne aufweist. Auch dafür gibt es die passenden Schrauben.

Die Exoten: Innenvierkantschrauben

Innenvierkantschrauben werden seltener verarbeitet, sind aber als sogenannte Bohrschrauben immer wieder zu finden. Auch dafür gibt es den passenden Schraubendreher, meist in der Form eines Bits als Werkzeugvorsatz für Schraubendreher mit Bitaufnahme.


Verschiedene Arten von Schrauben.

Verschiedene Arten von Schrauben. (Bild: © Mr. SUTTIPON YAKHAM – Shutterstock)


Häufiger anzutreffen: Innen- und Aussensechskantschrauben

Auch dafür gibt es die passenden Schraubendreher. Wegen der Menge der unterschiedlichen Grössen der Innen- oder Aussensechskanter werden diese Werkzeuge gern als auswechselbare Bits angeboten. Besonders Aussensechskantschrauben lassen sich alternativ und bei ausreichenden Platzverhältnissen und Zugangsmöglichkeiten auch mit einem Ring- oder Maulschlüssel ein- oder ausdrehen.

Moderne Renner des Schraubenmarktes

… sind die Torx-Schrauben. Diese werden in der Elektronikindustrie genauso gern verarbeitet, wie beispielsweise im Automobilbau. Kennzeichnend für die Torxschrauben ist der typische sechstrahlige Schraubenkopf zu dem es natürlich auch die passenden Schraubendreher gibt. Kein Heimwerker und schon gar nicht professionelle Montage- und Serviceunternehmen kommen ohne Torx-Schraubendreher in unterschiedlichen Grössen aus.

Spezielles Werkzeug für Spezialisten

Für den professionellen Einsatz in Gewerbe und Industrie werden die Arbeitsplätze bei Notwendigkeit immer mit den konkret benötigten Schraubendrehern in einer hochwertigen Qualität ausgestattet. Vom typischen Schraubendreher als Hand-Werkzeug mit möglichst ergonomischem Griff bis hin zu pneumatisch (Schlagschrauber bei der Radmontage an Fahrzeugen) oder elektrisch angetriebenen Schraubendreher (Beispiel Akkuschrauber) reicht die Vielfalt der Möglichkeiten.

Ein Werkzeug für alles

Im Servicebereich und bei Heimwerkern sind die auswechselbaren Bits in allen möglichen Schraubenformen sehr beliebt. Mit einem passenden Schraubendreher mit Werkzeugaufnahme lassen sich so praktisch alle Schrauben lösen oder festziehen für die die erforderlichen Bits vorhanden sind. Sicherlich könnte man auch für jede spezifische Schraube den speziellen Schraubendreher

Dazu bedarf es letztlich einer grossen Menge an einzelnen Schraubendrehern, die zumindest in einer guten Qualität auch richtiges Geld kosten. Gut sortierte Bit-Sätze mit den gängigen Kopfformen und Grössen lassen sich prima auf verhältnismässig wenig Raum unterbringen, können oftmals mit dem immer selben Griffteil verwendet werden und sind vergleichsweise erschwinglich.

Dazu gibt es eine Menge spezieller Schraubendreher für besondere Aufgaben. Erinnert sei hier beispielsweise an Drillschraubendreher, mit denen sich mit wenig Aufwand Schrauben schnell eindrehen lassen. Auch spezielle Schraubvorsätze für die Bohrwinde und sogar für Bohrmaschinen sind zu haben, sofern hier Bedarf besteht.

Die Wahl des richtigen Werkzeuges

Ausschlaggebend für die Wahl der richtigen Schraubendreher ist immer der konkrete Einsatz. Dort, wo immer wieder unterschiedliche Schrauben verarbeitet werden, ist der Einsatz von Schraubendrehern mit Wechselbits durchaus eine gute Wahl. Das trifft beispielsweise auf den Bereich der Heimwerker zu.



Eher professionelle Arbeiten an immer wieder gleichen oder ähnlichen Werkstücken machen den gezielten Einsatz der punktgenau passenden Schraubendreher sinnvoll. Anstatt hier ständig den Bit zu wechseln, kann immer der aktuell benötigte Schraubendreher mit nur einem Griff gewählt werden.

 

Bild oben links: © life_in_a_pixel – Shutterstock

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