18.10.2018 -
Donnerstag, 05. April 2018 00:00

Nähen mit Leder – Tipps und Tricks Empfehlung

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Leder gehört zu den beliebtesten Naturmaterialien überhaupt und wird bei Kleidungsstücken für seinen robusten und imprägnierbaren Charakter geschätzt. Wer selbst mit Leder arbeiten möchte und Westen, Hosen oder Stiefel selbst schneidern möchte, wird mit einer herkömmlichen Nähmaschine schnell an seine Grenzen stossen.


Wer selbst mit Leder arbeiten möchte, braucht eine dazu geeignete Nähmaschine. (Bild: © Bernina)


Für die Verarbeitung des festen Materials sind einige Besonderheiten zu beachten, die gerade Nähanfänger übersehen und die wesentlich über Erfolg und Misserfolg bei der Umsetzung toller Lederbekleidung entscheiden.


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Die Laufrichtung von Leder – ein wesentlicher Faktor

Wie andere Naturmaterialien oder synthetische Fasern gewinnt Leder seinen strapazierfähigen Charakter durch seine vorhandene Laufrichtung. Während sich der Stoff entlang seiner Laufrichtung schnell beschädigen lässt, sorgt die Verarbeitung entgegen der Laufrichtung für einen reissfesten und robusten Charakter. Bevor es zum Zuschneiden des Materials für Kleidung oder Taschen kommt, ist die Laufrichtung des gekauften Leders zu überprüfen, um die Eigenkreation nicht anfällig gegenüber physischen Einflüssen aller Art zu machen.

Bei sehr dickem Leder, das mit der klassischen Nähmaschine ohnehin schwierig zu bearbeiten ist, kommt es aufgrund der Festigkeit des Materials weniger auf die Laufrichtung an. Unverzichtbar ist es allerdings, bei Riemen und Schnallen aus diesem Naturmaterial auf die Laufrichtung der Fasern zu achten, schliesslich soll eine Handtasche auch bei höherem Gewicht sicher an der eigenen Schulter verbleiben. Für das Zuschneiden der einzelnen Teile gilt deshalb logischerweise: Der Schnitt ist in Laufrichtung zu setzen, die anschliessende Verarbeitung sollte im 90-Grad-Winkel zur Laufrichtung erfolgen.


(Bild: Jozef Sowa - Shutterstock.com)


Leder richtig zuschneiden

Nicht nur aus qualitativen Gründen ist die Richtung des Materials beim Zuschnitt entscheidend. Auch die Optik durch den Strich des Leders spielt eine Rolle und sorgt schlimmstenfalls dafür, dass unterschiedliche Teile des Kleidungsstücks trotz des gleichen Materials eine abweichende Wirkung hinterlassen. Aus diesem Grund sind z. B. für eine Jacke Ärmel, Vorderteil und Rückenteil exakt gleich auszurichten, was für manche Nähfreunde umständlich wirkt. Während diese von einfachen Baumwollstoffen her gewohnt sind, einzelne Schnittvorlagen auf dem gleichen Stoffstück eng nebeneinander zu setzen, muss für Lederkleidung eventuell mehr Grundstoff gekauft werden.

Ist beim Material bereits im Grundzustand ein klarer Strich zu erkennen, was vor allem bei Veloursleder gilt, hat der Zuschnitt in Streichrichtung zu erfolgen. Ist dies ebenso wie die Laufrichtung gewährleistet, wird das Schneiden selbst zu einem einfachen Handgriff. Durch den robusten Charakter des Naturstoffs ist das einfache Aufkleben der Schnittmuster z. B. mittels Klebeband problemlos möglich, die anschliessend wieder abgezogen werden. Ein sauberes und langsames Schneiden sorgt für optimal vorbereitete Teile, die nun zur Nähmaschine gebracht werden.



Leder vernähen

Leder ist deutlich dicker und fester als Leinen oder Baumwolle, das Einspannen einer speziellen Nähnadel in die Maschine ist daher unumgänglich. Experten empfehlen bei der Nadelwahl wenigstens die Stärke 80, gerne auch etwas hierüber. Ausserdem gibt das Material Widerstand, wenn sie mit der Nähnadel in dieses Eindringen möchten. Ein praktisches Hilfsmittel ist, zu Beginn mit einem Stück Papier unter dem Nähfuss zu beginnen und dieses nach den ersten Stichen einfach abzuziehen.

Die grösste Herausforderung beim Nähen mit Leder sind die sichtbar bleibenden Löcher, die sich nicht wie bei weichen Naturstoffen wieder zusammenziehen. Das Auftrennen von Nähten im Nachhinein führt daher zu ähnlich unansehnlichen Ergebnissen wie unerwünschte Nähfehler, beispielsweise einige Stiche ohne gespanntes Garn.

Aus diesem Grund ist das Nähen mit Leder vorrangig fortgeschrittenen Nähfreunden zu empfehlen, die elementare Fehler beim Arbeiten garantiert vermeiden und den Lederstoff hierdurch nicht ungewollt beschädigen. Ein Vorteil des robusten Stoffes ist, dass er nicht gesondert versäumt werden muss. Der Einsatz von Lederkleber ist branchenweit und bei privaten Näharbeiten etabliert und sorgt für einen gelungenen Abschluss ohne zusätzliche Arbeit.

Weitere Tipps und Inspirationen aus dem Internet holen

Denken Sie daran, dass Leder nicht nur beim Nähen zum besonderen Material wird. Auch das Waschen und Pflegen des Naturstoffs bringt seine Herausforderungen mit sich, so dass Sie sich vor der Verarbeitung mit dem jeweiligen Charakter des vorliegenden Materials befassen sollten. Dringend ist hierbei zu empfehlen, sämtliche Lederstoffe vor dem Zuschnitt zu waschen, damit diese nicht im vernähten Zustand einlaufen.Wer über Lederstoffe verfügt und nicht weiss, wie er diese auf kreative Weise verarbeiten soll, findet im Internet zahlreiche Anregungen. Ein beliebter Anlaufpunkt für Nähfreunde sind Online-Plattformen bekannter Markenhersteller der Branche wie Bernina, die z. B. Anleitungen für ein Lederkleid mit Seidenschal mit ausführlichen Nähanleitungen bereitstellen. Wer eine professionelle Nähmaschine kaufen möchte, ist hier genau richtig!

 

Bild oben links: © GoodMood Photo - Shutterstock.com

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