25.09.2017 -
Montag, 05. Dezember 2016 18:12

Gesunde Schärfe mit Rettich und Meerrettich Empfehlung

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In diesem Artikel stelle ich Ihnen zwei verwandte Wurzeln, welche reich an Senfölen sind, näher vor: Rettich und Meerrettich. Die beiden bringen gesunde Schärfe auf den Teller und sollten deshalb ruhig öfters verzehrt werden.


Meerrettich ist der schärfste Vertreter der Rettichfamilie. (Bild: Tobik – Shutterstock.com)


Wahrscheinlich hat der Rettich aus dem Nahen Osten über die Länder des östlichen Mittelmeeres nach Europa gefunden. Schon 2500 v. Chr. soll er in Ägypten bekannt gewesen sein. Im Codex des Dioskorides, einer spätantiken Sammlung aller Texte des griechischen Arztes Pedanios Dioskurides, ist die älteste, bekannte Abbildung des Rettichs zu sehen. Das Wissen um seine Heilkraft ist also schon uralt. Auch Hildegard von Bingen nutzte diese, und in den Heilkräuterbüchern des 16. Jahrhunderts war er fast immer vertreten.

In der Schweiz wird der Rettich im Freiland und in Treibhäusern angebaut. Die verschiedenen Arten sind auch bei Kleingärtnern beliebt. Da ich keinen Garten hatte, zog ich mir früher verschiedene Sorten auf dem Balkon. Rettiche sind recht anspruchslos und robust, deshalb konnte ich mit meiner Ernte überaus zufrieden sein. Im letzten Jahr durfte ich mir vor meinem Bürofenster ein kleines Beet anlegen und alles, was ich anpflanzte, wurde von Nacktschnecken vernichtet. Nun bekam ich den Tipp, in diesem Jahr Rettiche im Beet zu züchten, das würde die Schnecken fernhalten. Ich werde es ausprobieren.

Nicht nur Schnecken scheinen die scharfen Senföle zu verabscheuen. Senföle sind auch eine wirksame natürliche Waffe gegen Bakterien und Pilze. Deshalb ist roher Rettich eine gute Wahl bei Darmproblemen. Zum einen werden beim Verzehr von Rettich Darmbakterien und -pilze vernichtet, zum anderen lindert er Blähungen und Durchfall. Zudem werden durch die Senföle der Gallenfluss und somit auch die Verdauung angeregt. Das ist aber noch nicht alles, was die Naturheilkunde dem Rettich zuschreibt: Er soll auch Nieren-, Blasen- und Gallensteinen vorbeugen und die Heilung von Nieren- und Blasenentzündungen unterstützen.

Er wirkt durchblutungsfördernd und entgiftend und ist auch ein hervorragendes Mittel gegen Erkältungsbeschwerden. Besonders der schwarze Rettich ist für seine schleimlösenden und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt. Einen Hustensirup, welchen wir als Kinder immer bekamen und der wirklich rasch Linderung verschaffte, können Sie sich leicht selbst herstellen und einige Tage im Kühlschrank aufbewahren:

Der Rettich wird zuerst grob gerieben und dann entsaftet. 2 dl des frischen Rettichsaftes vermischen Sie mit 4 Esslöffeln flüssigem Honig und nehmen davon 3- bis 4-mal täglich 2 Teelöffel ein.

Rettiche aus biologischem Anbau bauchen Sie nur abzuwaschen, alle anderen sollten mit dem Kartoffelschäler geschält werden. Grundsätzlich sollten, wenn möglich, Bio-Rettiche bevorzugt werden, da jene aus gewöhnlichem Anbau leider oft nitrathaltig sind. Geraffelter Rettich passt gut auf eine Rohkostplatte. Rettichsalat schmeckt besonders lecker, wenn Sie ihn mit Obst mischen. Besonders Ananas, Orangen oder Äpfel sind hierfür geeignet.

Gerne schreibe ich Ihnen ein Rezept für einen richtigen Muntermacher auf. Dieser Drink kann Sie vor allem jetzt, wenn sich der Winter verabschiedet, und die Frühjahrsmüdigkeit einsetzt, auf Trab bringen. Mit den angegebenen Zutaten erhalten Sie etwa 8 dl:

Pürieren Sie 500 Gramm in kleine Stücke geschnittenen Rettich, 1 geschälte und ebenfalls zerkleinerte Salatgurke, 200 Gramm Kefir (oder Naturjoghurt), einige in Streifen geschnittene Basilikumblättli und einen halben Teelöffel Salz. Anschliessend streichen Sie den Drink durch ein Sieb und servieren ihn möglichst rasch.

Gourmets lieben den Meerrettich, einen Verwandten der Rettichwurzel, der nicht ohne Grund auch als „Beisswurzel“ bekannt ist. Wenn Schärfe und angenehmes Aroma auf dem Teller gefragt sind, greifen Geniesser gerne zu dieser Wurzel. Ihre Qualitäten können sich sehen lassen: Sie kurbelt den Kreislauf an, wirkt appetitanregend und hat, dank der Senföle, auf Magen- und Darmtrakt die gleichen positiven Wirkungen wie der Rettich.

Meerrettich ist der schärfste Vertreter der Rettichfamilie. Nicht nur die Wurzel selbst ist kulinarisch bedeutsam: Im Frühling können Sie die zarten Blätter als Zutat in Salaten verwenden. Beim Reiben der Wurzel setzen Sie die gesunden Senföle frei, welche den typischen, angenehm brennenden Meerrettich-Geschmack ausmachen. Frisch gerieben passt er in Sossen und wird traditionell zum Verfeinern von Salaten und Schinken verwendet. Er passt perfekt zu Räucherfisch. Experimentierfreudige Köche finden immer wieder neue Möglichkeiten, Gerichte mit Meerrettich aufzuwerten und abzuwandeln.

Schon seit dem Mittelalter ist der Meerrettich als Erkältungsmedizin bekannt. Vor allem gilt er als Schnupfen-Killer. Während sein hoher Vitamin-C-Gehalt die Abwehrkräfte stärkt, wirken die Senföle antibakteriell. Wie gut, dass frischer Meerrettich gerade jetzt in der Erkältungszeit Saison hat! Sie bekommen ihn vom Winter an bis in den Frühling hinein in grösseren Gemüseabteilungen oder auf Märkten. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Wurzel rundherum fest ist und dass sie keine weichen Stellen hat.

Mit dem Sparschäler geht das Schälen des Meerrettichs besonders einfach. Spülen Sie die Wurzel nach dem Schälen gründlich ab. Damit geriebener Meerrettich weiss bleibt, sollten Sie ihn nach dem Reiben sofort mit etwas Zitronensaft oder Essig beträufeln. Soll er milder schmecken, können Sie ihn mit geschlagener Sahne, geraspelten Äpfeln oder Preiselbeeren mischen. Frisch gerieben schmeckt die Wurzel am besten. Möchten Sie jeweils nur die benötigte Menge reiben, kann die übrige Wurzel, in ein feuchtes Geschirrtuch gewickelt im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt werden.

Eine Möglichkeit, geriebenen Meerrettich bis zu drei Wochen frisch zu halten, habe ich gerade erst ausprobiert und bin damit absolut zufrieden: Die ganze Wurzel wird gerieben, und mit einem Teelöffel Zucker sowie dem Saft einer Zitrone vermischt, in ein Glas gefüllt. Dieses sollte verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Ausserdem kann die Wurzel am Stück oder gerieben eingefroren werden. Sie hält sich im Tiefkühler bis zu fünf Monaten.



Auch wenn Ihnen die scharfen Senföle von Rettich und Meerrettich die Tränen in die Augen treiben können, sollten die Wurzeln immer wieder auf dem Speiseplan stehen. Zu Recht haben sie seit Hunderten von Jahren einen festen Platz in der Küche sowie in der Naturapotheke. Senföle sind hitzeempfindlich und verflüchtigen schnell, weshalb die Wurzeln möglichst frisch und roh verzehrt werden sollten. Rettichsprossen sind übrigens besonders wertvoll für die Gesundheit.

 

Bild oben links: © pilipphoto – Shutterstock.com

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