25.06.2021 -
Donnerstag, 23. Juli 2015 10:00

Wohnen (fast) ohne Innenwände? So kann es gehen

geschrieben von 
Artikel bewerten
(1 Stimme)

loftIn den Zeiten von zunehmender Individualität und von Energieersparnis scheint es fast ein Anachronismus zu sein: Dennoch geht der Trend zum Wohnen ohne Innenwände. Wo man aus statischer Sicht auf Innenwände verzichten kann, sollen diese dabei weg. Bekannt ist das System von den so genannten Lofts.


Die ursprünglichen Industrieetagen sind Musterbeispiel an gefühlter Grösse und Grosszügigkeit und haben doch ihre ganz eigenen Probleme. Die beginnen beim zweckmässigen Heizen und Lüften und hören nicht zuletzt bei der passenden Möblierung auf.


Farben können in einem Loft deutlich strukturierend wirken.

Farben können in einem Loft deutlich strukturierend wirken. (Bild: © XtravaganT – Fotolia)


Wenn auch Sie dem Trend zum Wohnen (fast) ohne Innenwände folgen wollen, haben wir hier einige Tipps für die mögliche Einrichtung zusammengestellt.

Tipp 1: Sinnvoll strukturieren

Wer aus einem einzigen grossen Raum ein behagliches Umfeld schaffen will, muss klare Strukturen anstreben. Was in klassischen Wohnungen durch die räumliche Abtrennung mit Innenwänden in Küche, Wohnzimmer, Kinderzimmer und Schlafzimmer ohnehin schon klar geteilt ist, muss bei der Gestaltung des Wohnens in einem einzigen grossen Raum besonders klar strukturiert werden. Hier sind bestenfalls Toilette und Bad abgetrennt, alles andere stellt sich als ein grosser Raum, fast schon eine Halle dar.

Beginnen Sie mit der Strukturierung am Wohnungseingang. Hier sollte dann auch selbstredend das Entree mit der Garderobe entstehen. Wie es weitergeht hängt von den Vorlieben und Möglichkeiten ab.

Tipp 2: Funktion oder Behaglichkeit?

Ist der Eingangsbereich festgelegt, müssen Sie sich über Ihren Grundanspruch klar werden. Wollen Sie eher behaglich oder doch lieber funktional wohnen? Nach dieser Entscheidung richtet sich auch, wie Sie einen grossen Raum weiter in klare Bereiche strukturieren können.

Wer es eher funktional mag, setzt nach dem Eingangsbereich schon die Küche. Das verkürzt den Weg beim Schleppen der Einkäufe, lässt den reinen Wohnbereich etwas weiter in den Raum rücken, bietet aber nicht immer den optimalen ersten Eindruck für Besucher. Es sei denn, Sie nutzen Ihre Küche selten bis gar nicht oder halten diese jederzeit penibel sauber und aufgeräumt.

Die eher behaglichere Lösung dürfte es sein, wenn es vom Entree direkt in den Wohnbereich geht. Hier können Sie auch in der übergrossen Einraum-Wohnung jederzeit Gäste empfangen, die sich dann auch gleich wohlfühlen dürfen.


Die richtige Beleuchtung des Lofts ist wichtig

Die richtige Beleuchtung des Lofts ist wichtig. (Bild: © arsdigital – Fotolia)


Tipp 3: Ungestöres Arbeiten

Wenn Sie generell von zu Hause aus Arbeiten oder gelegentlich Arbeit mit nach Hause nehmen, brauchen Sie einen ruhigen Platz zum Arbeiten. Diesen legen Sie in der grosszügigen Einraum-Gestaltung am besten in eine Ecke nahe des Wohnbereiches oder des Schlafbereiches. Packen Sie sich die Arbeit aber keinesfalls in den Schlafbereich. Das ist psychologisch gesehen mehr als nur ungesund.

Ausserdem sollte der Arbeitsbereich sofern er in einer von mehreren Bewohnern genutzten Wohnung liegt möglichst sichtgeschützt und im am wenigsten frequentierten Bereich liegen. Das schafft etwas Ruhe, wenn konzentriertes Arbeiten erforderlich wird.

Tipp 4: Gemütlicher Schlafplatz

Der Schlafbereich liegt bestenfalls in der Nähe des Badezimmers, vielleicht auch nicht allzu weit vom Wohnbereich entfernt. Wenn Sie gern und oft Gäste empfangen, müssen Sie dafür sorgen, dass dieser Bereich mit einfachen Mitteln auch vor neugierigen Blicken geschützt werden kann. Sonst werden Sie sich auf Dauer in diesem Wohnkonzept nicht wirklich wohlfühlen.

Tipp 5: Leben mit Kindern

… gerade dann, wenn das Konzept des Wohnens ohne Innenwände auch mit Kindern durchgesetzt werden soll. Solange die Kinder noch sehr klein und wenig aktiv sind, mag das noch gehen. Spätestens dann, wenn der Nachwuchs die ganze Wohnung zu seinem Spielparadies erklärt oder mit zunehmendem Alter auch mehr Privatsphäre einfordert, kann es richtig schwierig werden. Dann hat das Konzept Wohnen ohne Wände oft auch ausgedient. Die Konflikte zwischen Heranwachsenden und Eltern sind dann vorprogrammiert und dürften nur in den seltensten Fällen zu umgehen sein.

Tipp 6: Geschickte Abtrennung

Zur klaren Strukturierung beim Wohnen in nur einem Raum gehört auch das sinnvolle und ebenso harmonische Abtrennen der einzelnen Wohnbereiche untereinander. Dabei sollen die bewusst ausgelassenen Innenwände jetzt nicht durch Konstruktionen ersetzt werden, die wiederum Wänden ähneln. Vielmehr geht es hier um geschickte Alternativen. Das können rankende Grünpflanzen genauso sein wie gezielt aufgstellte grosse Spiegelflächen oder die altbewährten Paravents. Auch leichte Vorhänge dienen der Strukturierung und Abtrennung und können bei geschickter Einteilung auch variabel genutzt werden. Weitere Möglichkeiten ergeben sich durch bestimme Stellungen der Möbel, die so auch zur Strukturierung von Räumen beitragen können. Besonders geeignet dafür sind grosse Schränke, lange Kommoden und Sideboards oder auch offene Regale.


Ideen für die geeignete Raumaufteilung

Ideen für die geeignete Raumaufteilung. (Bild: © Photographee.eu – Shutterstock)


Achten Sie bei der Strukturierung durch Möbel und anderer Einrichtungen aber auch darauf, dass Sie letztlich keinen Irrgarten gestalten wollen, sondern gerade beim Konzept Loft eher grosse, transparente Räume mit viel Platz zum Leben und Wohnen.

Tipp 7: Trennung mit Farben

Zusätzlich zu den relativ starren Trennungen mit Möbeln können auch Farben deutlich strukturierend wirken. Dabei müssen Sie im Vorfeld natürlich genau planen und sollten zwischen den einzelnen Farben auch harmonische Übergänge schaffen. Wer sowieso ganz in Weiss leben will, bleibt von diesen Überlegungen verschont.

Tipp 8: Richtig lüften und heizen

Wer das Wohnen ohne Wände anstrebt, muss auch ins Detail denken. Beim Heizen wird der gesamte Raum aufgeheizt, auch dort, wo das gar nicht gewünscht ist, beispielsweise im Schlafbereich. Beim Lüften werden generell auch Bereiche gelüftet, an denen es gerade jetzt so richtig behaglich sein sollte. Probleme, die sich beim Wohnen in einem Raum nicht ganz ausschliessen lassen. Intelligente Heizungssysteme und -steuerungen sind hier ebenso notwendig wie ein betont sinnvoller Umgang mit Licht und gezielt eingesetzten Be- und Entlüftungssystemen, die nicht immer Fenster sein müssen.

Wohnen ohne Innenwände bietet ein besonderes Flair, verlangt aber auch nach klug durchdachten, besonderen Lösungen.



 

Bild oben links: © slavun – Fotolia

Gelesen 5826 mal
Zurück zur Startseite

Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten

Empfohlen

 

Banner