22.01.2019 -
Donnerstag, 26. März 2015 18:33

Möbelrestauration in Eigenregie – so funktioniert es

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Alte Holzmöbel in Eigenarbeit zu restaurieren, ist kein Ding der Unmöglichkeit. Das spart im Vergleich zum professionellen Restaurator ordentlich Geld und fördert zudem die persönlichen Handwerksfähigkeiten. In diesem Ratgeber erklären wir, wie eine Möbelrestauration Marke Eigenbau aussieht und welche Ratschläge Sie beachten sollten, um ein optimales Resultat zu erzielen.


Alte Holzmöbel in Eigenarbeit zu restaurieren, ist kein Ding der Unmöglichkeit. (Bild: Halfpoint – shutterstock.com)


Allerdings sollten Sie bei wirklich wertvollen Möbelstücken aus Holz besser darauf verzichten, sie selbst zu restaurieren. Hier hilft nur geschultes Personal, welches Erfahrung und handwerkliches Geschick hat. Denn bei einer Restauration soll möglichst der Originalzustand erzielt werden, damit der Wert erhalten bleibt. Für Flohmarkt-Schnäppchen, Dachbodenfunde oder in die Jahre gekommene Möbelstücke ist eine Restauration in Eigenarbeit aber sinnvoll.

Vor der Restauration den Wert eines Möbelstücks schätzen

Wenn Sie sich unsicher über den Wert eines Möbelstückes sind, lassen Sie es von einem Experten unbedingt vor der Restauration schätzen. Denn wertvolle Möbel sollten immer von professionellen Restauratoren bearbeitet werden. Restaurieren Sie wertvolle Möbel selbst und gehen dabei unprofessionell vor, können Sie wichtige Elemente verfälschen oder sogar zerstören, was einen immensen Wertverlust zur Folge hat, da Sammler und Liebhaber auf die Originalität achten werden. Eine eigenständige Restauration ist empfehlenswert, wenn Sie sich bewusst darüber sind, dass das Möbelstück keinen hohen Wert hat, und sich die handwerklichen Herausforderungen zutrauen. Aber auch Möbel, die einen hohen ideellen Wert haben, etwa geschätzte Erbstücke aus Familienbesitz, sollten unabhängig vom tatsächlichen Wert besser vom Profi restauriert werden.


Wertvolle Möbel sollten immer von professionellen Restauratoren bearbeitet werden. (Bild: © gualtiero boffi – shutterstock.com)


Eine Restauration will gut vorbereitet sein

Sie sollten es vermeiden, unüberlegt zu restaurieren. Mit einer entsprechenden Vorbereitung und einem Konzept können Sie die Erfolgschancen einer Restauration entscheidend beeinflussen. Befassen Sie sich damit, welche Werkzeuge und Materialien zur Restauration erforderlich sind. Neben einer Einkaufsliste ist auch eine To-do-Liste wichtig, mithilfe derer Sie alle erforderlichen Arbeitsschritte festhalten. So stellen Sie sicher, dass Sie beim Einkauf nichts vergessen, und die Vorgehensweise erhält mehr Struktur und Übersicht. Muss ein Möbelstück zur Restauration zerlegt werden, machen Sie vorher detaillierte Fotoaufnahmen des Möbelstücks im Originalzustand. Kleinteile sollten mit Sorgfalt aufbewahrt werden, damit Sie sie nicht verlieren.

Möbelstück auf Funktionalität und optische Mängel prüfen

Es ist wichtig, dass Sie die erforderlichen Massnahmen zur Restauration erkennen und notieren. Überprüfen Sie dabei das Möbelstück auf optische Mängel, etwa Farb- oder Lackabsplitterungen. Auch die Funktionalität des Möbelstücks muss geprüft werden: Funktionieren alle Türen und Schubladen? Sind die Scharniere und Beschläge funktionstüchtig? Ist die Stabilität gewährleistet? Ist ein Befall durch Schädlinge, Pilze oder Schimmel erkennbar? Gehen Sie auf Spurensuche und finden Sie heraus, was genau restauriert werden muss.

Neben einer ansprechenden Optik spielt nämlich die Funktionalität des Möbelstücks eine wichtige Rolle. Sind Bauteile irreparabel beschädigt, muss für Ersatz gesorgt werden. Dabei ist es wichtig, dass sich die Ersatzteile möglichst nahe am Zustand des Originalstücks orientieren. Die Reihenfolge bei der Restauration ist ebenfalls sehr wichtig: Sie sollten zunächst die Funktionalität des Möbelstücks gewährleisten und sich erst dann mit optischen Mängeln befassen.

Natürliche Holzstruktur wieder herstellen

Bei der Restauration sind in puncto Holzoberfläche mehrere Möglichkeiten denkbar. Entweder Sie versuchen, die ursprüngliche Holzbeschaffenheit wiederherzustellen, oder Sie verpassen dem Möbelstück eine komplett neue Optik. Entscheiden Sie sich für eine neue Optik, muss die vorhandene Lack- oder Farbschicht zunächst entfernt werden. Dazu werden alle Metallbeschläge entfernt, um sie vor Beschädigungen zu schützen. Nun können Sie entweder auf chemische oder mechanische Art die Lack- bzw. Farbschicht entfernen. Als chemische Lösung eignen sich Abbeizer, die mechanische Alternative ist das Schleifen.

Beachten Sie dabei, jeweils nur die oberflächlichen Schichten zu entfernen, und gehen Sie vorsichtig vor. Es ist nicht gewünscht, das Holz in seiner Form zu verändern oder tiefliegende Holzschichten abzutragen. Nachdem die Oberfläche abgetragen wurde, kann ein Holzlack oder eine Holzfarbe aufgetragen werden. Beginnen Sie mit einem Voranstrich, bevor Sie sich dem Deckanstrich widmen. Bevorzugen Sie dünnere Farb- oder Lackschichten und wiederholen Sie den Vorgang gegebenenfalls. Ein hochwertiger Pinsel lässt das Resultat sorgfältig erscheinen und erleichtert die Arbeit.

Ist der Lack oder die Farbe getrocknet, wenden Sie Holzpflegeprodukte an, um das Holz widerstandsfähig zu machen. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten, welche Pflegeprodukte für das Möbelstück geeignet sind und welchen Effekt diese erzielen.



Restauration von Holzmöbel spart Geld

Aktuell erleben Holzmöbel eine neue Blütezeit, insbesondere Eichenholzmöbel erfreuen sich grosser Beliebtheit. Diese sind mitunter aber nicht gerade günstig, deshalb wird der selbst restaurierte Eichenschrank zur günstigeren Alternative. Lassen Sie sich nicht abschrecken, falls Sie einen scheinbaren Makel am Möbelstück nicht restaurieren können: Astlöcher, Risse im Holz oder auffällige Maserungen geben dem Möbelstück Charakter und machen es zu einem Unikat. Ziel der Restauration in Eigenarbeit ist kein perfektes Resultat, sondern die Wiederherstellung der Funktionalität und die Reparatur und Pflege beschädigter Oberflächen.

 

Bild oben links: © RioPatuca – shutterstock.com

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